Blogbeiträge zum Thema Zeit- und Energiequalität

In unserer Gesellschaft brauchen wir Ordnungen, Maße, Etikettierungen, um uns zurechtzufinden. Vor allem zurzeit, wo wir uns kollektiv unsicher und ängstlich fühlen, ist die Größe „Zeit“ sehr bedeutend. Zeit kann aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und thematisiert werden, neben einer physikalischen, biologischen Bedeutung, wird von ihr auch in einem psychologischen und philosophischen Bezugsrahmen gesprochen. Im philosophischen Kontext wird gerne die Vergänglichkeit thematisiert, die Zeit für uns Menschen zum Ausdruck bringt („wie die Zeit vergeht“, „der Zahn der Zeit“). Darüber hinaus beschäftigt uns als Gesellschaft auch die Zeitqualität („Zeit ist kostbar“, „kommt Zeit kommt Rat“).

In dieser Blogreihe teilen wir mit euch, wie es uns Traumwebereimitgliedern derzeit geht, wie wir die jetzige Zeit erleben, wie sich diese Zeit auf unsere Qualität der Energie auswirkt und was uns hilft.

Innere Unruhe? Tipps zum Umgang damit (Achtung: Eventuelle Erstverschlimmerung)

Ein Beitrag von Marlene Novak

Jede Person fühlt sich mal schlecht.
Über einen längeren Zeitraum stellst du jedoch fest, dass dieses Unbehagen, das mittlerweile zu einer regelrechten Blockade herangewachsen ist, nicht mehr von deiner Seite weicht. Es beginnt sich in deinem Außen widerzuspiegeln. Es beginnt, deine Produktivität zu hemmen. Das zeigt sich etwa in Form von nichterbrachten Leistungen, in Form von vergessenen Deadlines.

Aber glücklicherweise weißt du, wie du damit umzugehen hast.

Du willst diese innere Unruhe einordnen. Was bist du froh, dass das Nachgeben dieses Dranges dich darin unterstützt, dass es dir besser geht. Mögliche Namen, um es zu benennen, existieren viele. Traurigkeit, Einsamkeit, Angst. Gar Depression könntest du jetzt wählen. Wird dir alles vorgeschlagen, wenn du „innere Unruhe“ googelst.
Ich fasse diesen Tipp zusammen in: „Gehe in die Recherche und versuche unbedingt, deinen inneren Zustand zu etikettieren“.

Hilfreich erweist es sich auch, dieser kritischen inneren Stimme Beachtung zu schenken, die sich in letzter Zeit noch häufiger meldet als sonst.
Sie appelliert an dich: „Du warst aber schon mal schneller beim Arbeiten!“, „Leistung sieht anders aus!“. Ich fasse diesen Tipp zusammen in: „Höre auf dein Ego und lass dich von ihm leiten“.

Als nächstes stell dir vor, dass alle anderen Menschen um dich herum es besser haben. Unabhängig davon, in welchem Kontext sie leben, ob ihre Situation mit deiner vergleichbar ist, oder nicht – sie haben es besser als du. Ich bezeichne diesen Tipp als: „Gehe in den Vergleich“.

Ich selbst habe diese Tipps befolgt und was kam dabei heraus?

Es kam zu einer Erstverschlimmerung.
Der Wunsch, den eigenen Zustand greifen zu können, hin und wieder dem eigenen Ego zu verfallen und sich mit anderen zu messen, hat zunächst sehr weh getan.

Jedoch… im Nachhinein sehe ich das positiv.

Woher hätte ich wissen sollen, dass ich meinen inneren Zustand nicht unbedingt betiteln muss, wenn ich die Erfahrung nicht gemacht hätte, dass manches eventuell gar nicht benannt werden kann und es „ok“ ist, wenn etwas einfach „ist“?

Woher hätte ich wissen sollen, dass ich nicht alles, was mein Ego mir sagt, für bare Münze nehmen muss, wenn ich nicht zuerst dieser Stimme gelauscht hätte? Und daraufhin feststellen hätte können, dass sie sowieso immer gleich gnadenlos mit mir ins Gericht geht?

Woher hätte ich wissen sollen, dass Vergleiche zu nichts führen, wenn ich mich nicht selbst im Schatten „der Anderen“ gesehen hätte? Und festgestellt hätte, dass Vergleiche ohne die Kenntnis von Maßen obsolet sind.

Fazit: Es ist nicht alles per se schlecht, wo Bewertung, Ego und Vergleich draufsteht. Vielleicht braucht das eine oder das andere Individuum im Jetzt genau diese Erfahrung, um zu wissen, welche Erfahrung es in Zukunft nicht mehr braucht, um mit seinem inneren Unbehagen auf langfristige Sicht einen konstruktiven Umgang zu finden.

Blogbeitrag von Michael Funovich

Tick-Tack – die getaktete Zeit – Chronos Zeit. Zeit der Termine, einer nach dem anderen, Vorplanen – um halbwegs entspannt zu einem Kurs zu kommen, „muss man“ (es folgt eine laaange Liste der alltäglichen Dinge, die noch unbedingt erledigt gehören – duschen, essen, vielleicht vor dem essen noch etwas Gesundes kochen, vorher noch einkaufen, vorher noch die Katzen füttern, vorher noch Katzenstreu besorgen… Tick-Tack, alles keine besonderen Dinge, aber einzigartig: Sie alle brauchen – Zeit. Gerade hat mich ein wildfremder Mensch angerufen und mir erzählt, wie wenig Zeit er hat und was er alles machen wird. In meiner Zeit höre ich mir an, was er in seiner Zeit der Vergangenheit erlebt hat und in seiner Zeit in seiner Zukunft. Aber nicht lange – Zeitverschwendung. Terminierung des Gesprächs. Zuhören, Probleme anderer, jemandem weiterhelfen, Aufmerksamkeit schenken. Braucht doch alles meine Zeit, und ich habe ja so wenig davon, weil der nächste Termin ruft, die Katze gestreichelt werden will, der Text schreibt sich auch nicht von alleine, ach ja: Testen gehen, um das und das tun zu können, und einen Krieg gibt’s ja auch noch, und das das das und das – Tick-Tack…

Innehalten. Annehmen. Loslassen.

Kairos-Zeit – zeitlose Momente im Jetzt. Kein Gedanke daran was war, außerhalb meines unmittelbaren Einflusses ist und sein wird, keine Dramen aus der Vergangenheit und Ängste in der Zukunft. Einfach sein. Das für real erachten, was ich wahr-nehme. Ein Pläuschchen mit der älteren Nachbarin, vielleicht sogar ein paar Augenblicke, ihre Sorgen anzuhören. Oder jene von geliebten Menschen, das unmittelbare Erfahren im Moment, wie es dem anderen geht. Gemeinsam geteilte Zeit. Ameisen beim Saubermachen zusehen und dem Gras beim Wachsen. Fühlen. Schmecken. Riechen. Spüren. Atmen. Riiiing – aufwachen. Katze will jetzt, jetzt gestreichelt werden, ist wirklich dringend – Luxuszeit…